Kunststoffverarbeitung im Digitalisierungs-Modus

Im Dreiländereck am Bodensee versammelte sich vom 16. bis 20. Oktober bei der erneut voll ausgebuchten Fakuma – internationale Messe für Kunststoffverarbeitung bereits zum 26. Mal alles, was Rang und Namen in der Kunststoffwelt hat. Sowohl die internationalen Aussteller als auch der private Messeveranstalter P. E. Schall GmbH & Co KG konnten sich eines erneut großen Zuspruchs zu dieser für die Kunststofftechnik wiederum wegweisenden Fachveranstaltung erfreuen: 1.933 Markt- und Technologieführer aus 40 Nationen präsentierten sich 47.650 Fachbesuchern aus aller Welt!

 

Globale Kunststoffindustrie passt sich Marktanforderungen mehr als nur an

Die proaktive Technologiewende in der Kunststoffverarbeitung scheint zu gelingen: Neue Werkstoffe, effizientere Fertigungsverfahren, 3D- und 4D-Druck-Alternativen, digitalisierte und automatisierte Produktionslösungen, weniger Energieverbrauch der Maschinen und Anlagen – das sind nur einige Stellschrauben, an denen Kunststoff-Verarbeiter heute drehen müssen. Auch das Thema Nachhaltigkeit mit den Aspekten des Recyclings von Kunststoffen, Materialeinsparung und „Bio-Werkstoffen“ kam auf der Fakuma mehr denn je zur Sprache. Denn immer vielschichtiger werden die Anforderungen der Kunststoff-Abnehmer wie beispielsweise der Automobilindustrie sowie der Konsumgüter- und Verpackungs-Hersteller. Dass die „Plastiker“ den neuen Herausforderungen sehr wohl gewachsen sind, und in allen Facetten modernstes Handwerkszeug zur Verfügung steht, um material- und ressourcenschonend sowie wirtschaftlich zu arbeiten, belegte die Fakuma 2018 sehr nachdrücklich!

Die Herstellung bezahlbarer und gleichzeitig robuster Leichtbau-Strukturen wurde hier ebenso präsentiert, wie ein breites Portfolio an neuen Werkstoffen. Neue Maschinen, angepasste Werkzeuge, integrierte Qualitätssicherung, regelbare hydraulische oder zunehmend elektrische Antriebe, und nicht zu vergessen vernetzungs- und damit kommunikationsfähige Steuerungen samt Software – die Kunststoff-Branche wird immer digitaler, was sich nicht zuletzt an der großen Nachfrage nach Industrie 4.0-fähigen Anlagen und Systemen zeigte.

 

Fakuma beliebt wie eh und je

Das kompakte Messezentrum in Friedrichshafen am Bodensee war erneut komplett ausgebucht. Der Anteil ausländischer Hersteller und Anbieter liegt nun bei mehr als 42 Prozent. Die Internationalität steigt seit Jahren. Nicht zuletzt der Hype um die 3D-/ 4D-Printing-Technologie bzw. Additiv Manufacturing ruft immer mehr Anbieter aus allen Teilen der Erde auf den Plan. Diese ergänzen mit hochinteressanten Lösungen das Portfolio der Fakuma als global führende Fachmesse der Kunststoffverarbeitung.

Mit 47.650 Fachbesuchern aus 126 Ländern nimmt die Fakuma in der Fachwelt einen hohen Stellenwert ein. Seitens der Aussteller war man sich einig: Die Expertise der Besucher sei hoch, die Fachgespräche von „hoher Qualität“. Demnach äußerten sich die teilnehmenden Firmen durchweg positiv und mehr als zufrieden. Eine klare Positionierung als Fachmesse für die Kunststoffverarbeitung, und nicht etwa als polytechnische Veranstaltung für Kunststoffthemen, trägt wesentlich zum sehr guten Ruf der Fakuma als fachlichem Branchentreff bei. Weiterer wichtiger Erfolgsfaktor des Branchenevents ist die strikt praxisgerechte Ausrichtung an der Prozesskette der Kunststoffverarbeitung.

 

Wissens- und Technologie-Transfer in Theorie und Praxis

Das wirtschaftliche Wachstum der Kunststoff- verarbeitenden Branchen wird nur gebremst durch den akuten Fachkräftemangel. So werden Expertentreffen wie die Fakuma zunehmend auch für das Recruiting qualifizierten Personals genutzt. Eine ideale Gelegenheit, sich fachlich weiterzubilden und gleichzeitig interessante Menschen kennenzulernen ist das sachorientierte Rahmenprogramm. Die diesjährige Veranstaltungsreihe mit 69 Fachvorträgen bot Fachbesuchern und ausstellenden Experten den perfekten Rahmen, sich umfassend über verschiedenste Themen informieren zu können.